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VFRplan › Handbuch › Kapitel 8

Start und Landung

Kapitel 8 von 16 · Stand: 29.10.2026

Jeder Start und jede Landung deiner Route bekommt unter „Starts & Landungen“ eine eigene Karte. Darauf stehen Piste, Wind und die berechneten Strecken im Vergleich zur verfügbaren Länge. Aufgeklappt zeigt sie den ganzen Rechenweg.

Die Start- und Landekarte lesen

Schon zugeklappt siehst du, wie viel Piste du brauchst und wie viel übrig bleibt.

Startkarte EDRH Hoppstädten-Weiersbach, 13:00, Piste 24, eingehalten; Startrollstrecke 252 von 670 m TORA, 38 Prozent; Startstrecke über 15 m 425 von 670 m TORA, 63 Prozent; darunter Wind 211 Grad 8 kt Böen 14, 7 kt Gegenwind, quer 4 kt, 15 Grad, 1.021 hPa, Steigen 8,4 Prozent und rechts die Wetterquelle Interpoliert aus 5 Stationen. Sechs nummerierte Markierungen.
Startkarte für EDRH, zugeklappt.
  1. 1 Art (Start, Landung, Ausweichen) und Platz.
  2. 2 Uhrzeit und gewählte Piste, 3 das Urteil: „eingehalten“, „Hinweis“ (etwa „Hinweis: geringe Reserve“), „Grenzwert überschritten“ oder „offen“ mit Grund (etwa „offen: Wetter fehlt“ oder „offen: keine Leistungsdaten“).
  3. 4 Rollstrecke mit Balken und Prozent, beim Start gegen die TORA, bei der Landung gegen die LDA.
  4. 5 Strecke über 15 m (50 ft), beim Start gegen die TODA, bei der Landung gegen die LDA.
  5. 6 Wind mit Gegen- und Seitenwindkomponente, Temperatur und QNH, beim Start auch der Steiggradient. Rechts steht die Wetterquelle.
  6. Der Pfeil rechts oben klappt die Karte auf.

Piste, Belag und Werte ändern

Die automatische Pistenwahl kennt nur die hinterlegten Daten. Ist die Grasbahn nass, eine Piste gesperrt oder steht der Wind anders als vorhergesagt, stellst du das in der aufgeklappten Karte selbst ein.

Aufgeklappte Startkarte EDRH: Wetterquellen mit Zeitpunkten, METAR und TAF von ETAR, 36 km entfernt, darunter die Auswahlfelder Piste Auto 24, Wetterquelle Automatisch, Belag Automatisch: Befestigt, trocken, Steigung, Klappen 0 Grad und die Felder OAT, QNH, Wind aus, Wind, Hindernis und ab Startbeginn; unten das Steigprofil mit Abheben 252 m und 15 m bei 425 m. Sieben nummerierte Markierungen.
Aufgeklappte Startkarte mit Einstellungen und Steigprofil.
  1. 1 Piste: „Auto“ wählt die Piste gegen den Wind oder die mit der größten Reserve. Die Liste zeigt jede Piste mit Länge, Belag und Auslastung, etwa „26 · 1.400 m Asphalt · 51 %“. Wähle eine andere, wenn sie gesperrt ist oder du sie nutzen willst.
  2. 2 Wetterquelle für diesen Platz (siehe Kapitel 7).
  3. 3 Belag: „Automatisch“ nimmt den Belag der Piste an (befestigt, trocken). Für Gras wählst du den Zustand: fester Boden kurzes Gras (+20 %), feuchter Boden gute Grasdecke (+30 %), hohes Gras (+40 %), schlechte Grasdecke (+50 %), nass mit hohem Gras (+60 %), dazu Wasser, Schneematsch und Schnee.
  4. 4 Steigung der Piste in Prozent (bergauf positiv), wenn sie in den Daten fehlt.
  5. 5 Klappen, sofern das Handbuch Diagramme für mehrere Stellungen hat.
  6. 6 OAT, QNH, Wind trägst du von Hand ein, etwa aus der ATIS.
  7. 7 Das Steigprofil zeigt Abheben, 15 m und den weiteren Steigflug gegen das Pistenende.

Tipp

Gras und Asphalt behandelt die Automatik getrennt. Auf Plätzen mit paralleler Graspiste (wie 08R/26L in Egelsbach) wählt sie die Asphaltbahn, solange diese gegen den Wind passt. Willst du auf Gras starten, stelle die Piste von Hand ein.

Sicherheitsprofile

Handbuchwerte gelten für neue Flugzeuge und geübte Testpiloten. Ein Sicherheitsprofil schlägt eine Reserve auf.

Unter „Verbrauch & Sicherheit“ bei „Sicherheitsprofil Start und Landung“ wählst du:

Das gewählte Profil steht unter der Bewertung und auf dem A4-Blatt. Zuschläge für Belag und Steigung kommen jeweils dazu. Hintergrund: Ratgeber Start- und Landestrecke.

Eigene Zuschläge

Direkt unter dem Sicherheitsprofil kannst du einen eigenen Zuschlag für Start und Landung in Prozent eintragen, zum Beispiel +10 % für ein älteres Flugzeug oder wenig Übung. Er kommt immer zusätzlich auf das Profil und alle anderen Zuschläge. Eine Strecke wird dadurch nur länger, nie kürzer. Erlaubt sind 0 bis 100 %; leer heißt kein Zuschlag. Der Wert gilt für alle Planungen in diesem Browser und bleibt beim Öffnen einer Routendatei erhalten.

Der Zuschlag steht im Rechenweg als eigener Faktor („× 1,10 eigener Zuschlag“) und im Ausdruck: auf dem A4-Blatt beim Sicherheitsprofil und in der Spalte „Zuschläge“ der Start- und Landestrecken, auf dem A5-Kniebrett in der Zeile „Profil“. In der Vereinsversion kann der Verein einen Mindestzuschlag vorgeben oder eigene Zuschläge sperren (Vorgaben und Sperren).

Der Rechenweg

Im Rechenweg rechnest du jede Zahl nach, zur eigenen Kontrolle oder in der Ausbildung.

Aufgeklappter Rechenweg: Bedingungen mit Druckhöhe 884 ft, Dichtehöhe 1.144 ft, OAT 15,4 Grad, QNH 1.021 hPa, Wind, Wind zur Piste und Wind in der Rechnung, Gewicht im Diagramm 880 kg; Ergebnis Startrollstrecke 218,8 m mal 1,15 gleich 252 m, Startstrecke 369,3 m mal 1,15 gleich 425 m und Faktor; Zwischenwerte je Diagramm mit Seitenzahl; Zuschläge Belag, Steigung, Sicherheitsprofil und Faktor gesamt 1,15; darunter der Steigflug. Vier nummerierte Markierungen.
Rechenweg der Startkarte EDRH.
  1. 1 Bedingungen: Druck- und Dichtehöhe, OAT/QNH, Wind zur Piste und der Wind, der nach dem Sicherheitsprofil in die Rechnung geht.
  2. 2 Ergebnis: Handbuchwert × Faktor = Planungsstrecke.
  3. 3 Zwischenwerte je Diagramm mit Seitenzahl im Flughandbuch: nach Temperatur/Druckhöhe, nach Gewicht, nach Wind.
  4. 4 Zuschläge: Belag, Steigung, Sicherheitsprofil, dein eigener Zuschlag (falls eingetragen) und der Faktor gesamt. Darunter Steigflug und Pistendaten mit Quelle.

Ablesepfad im Diagramm

Bei Mustern mit digitalisierten Diagrammen siehst du, wie du den Wert im Handbuch selbst ablesen würdest.

Nachgezeichnetes Diagramm Startrollstrecke, Landeklappen 0 Grad, Flughandbuch Seite 99: Achsen Außentemperatur, Druckhöhe, Masse und Wind; eine eingezeichnete Linie mit den Stationen 1 OAT 15,4 Grad, 2 Druckhöhe 884 ft zu 367 m, 3 Referenzlinie, 4 Masse 880 kg zu 233 m, 5 Wind 3,5 kt Gegenwind zu 219 m und 6 Ergebnis 219 m; darunter der Handbuchwert mal Zuschlag gleich 252 m.
Ablesepfad für die Startrollstrecke der PA-28-161.
  1. 1 Klappe im Rechenweg „Ablesepfad im Diagramm (nachgezeichnet)“ auf.
  2. Folge den Nummern 1 bis 6: Temperatur, Druckhöhe, Referenzlinie, Masse, Wind, Ergebnis. Die Werte stehen unter dem Diagramm.
  3. Ein Sternchen markiert einen gehaltenen oder extrapolierten Wert (außerhalb der Hilfslinien).

Nachgezeichnet, kein Original: VFRplan zeichnet das Diagramm aus den digitalisierten Kurven nach. Maßgeblich bleibt das Flughandbuch mit der angegebenen Seite.

Hindernisse im Ab- und Anflugsektor

VFRplan vergleicht jedes bekannte Hindernis im Sektor mit deinem Steigprofil, etwa ein Windrad hinter dem Pistenende.

Steigprofil für den Start in EDRT mit Abheben bei 282 m und 15 m bei 472 m und einem roten Hindernisbalken bei gut 2.000 m, darunter die Liste Hindernisse im Abflugsektor mit einem Funkturm, Höhe geschätzt, in 2.077 m ab Schwelle, 29 m links, 464 ft über Platz, Profil 444 ft, Reserve minus 20 ft und dem Knopf Höhe aus Sichtanflugkarte eintragen.
Hindernis im Abflugsektor von EDRT, Höhe geschätzt.
  1. 1 Im Steigprofil liegt die Flugbahn über dem Gelände. Hindernisse stehen an ihrer Entfernung ab Schwelle.
  2. 2 Die Liste „Hindernisse im Abflugsektor“ nennt je Hindernis Entfernung ab Schwelle, seitlichen Abstand, Höhe über Platz, deine Profilhöhe dort und die Reserve.
  3. Fehlt die Höhe in OpenStreetMap, steht dort ein hoch angesetzter Pauschalwert (Windrad 250 m, Mast 150 m, Schornstein 100 m), gekennzeichnet als geschätzt. Kennst du die echte Höhe aus der Sichtanflugkarte, trage sie mit dem Knopf daneben ein.
  4. Für ein eigenes Hindernis gibt es die Felder „Hindernis“ (Höhe in ft) und „ab Startbeginn“ (m) in der aufgeklappten Karte.

Der Sektor beginnt an der Schwelle und reicht bis 5 km. Seine halbe Breite beträgt 75 m plus 12,5 % der Entfernung. Hindernisse bis 500 m hinter dem Pistenende prüft VFRplan zusätzlich gegen die Startstrecke über 15 m. Hindernisse aus OpenStreetMap ersetzen die Sichtanflugkarte nicht.

Typische Fehler

  • Nur auf „eingehalten“ geschaut und die Hinweise unter der Grafik übersehen, etwa „Wert außerhalb der Hilfslinien extrapoliert“.
  • Graspiste nass, Belag aber auf „Automatisch“ gelassen. Die Automatik kennt den Zustand der Grasnarbe nicht.