VFRplan › Handbuch › Kapitel 7
Wetter
Kapitel 7 von 16 · Stand: 29.10.2026
Beim Öffnen lädt die Planung das Wetter für jeden Platz zur geplanten Zeit und den Wind in Reiseflughöhe. Daraus ergeben sich Pistenwahl, Start- und Landestrecken, Seitenwind, Flugzeiten und Kraftstoff. Das ersetzt keine Flugwetterberatung.
Woher das Wetter kommt
Wie belastbar ein Wert ist, hängt von seiner Quelle ab.
- METAR und TAF vom Flugwetterdienst der NOAA (aviationweather.gov) für Deutschland und die Nachbarländer (rund 41–59° N, 6° W–26° O). Für die Plätze sind sie maßgeblich.
- Messwerte der DWD-Stationen (stündlich) und MOSMIX-Punktvorhersagen des Deutschen Wetterdienstes.
- ICON-D2 und ICON-EU des DWD für Boden- und Höhenwind, Temperatur, Wolkenuntergrenze, Nullgradgrenze, Sicht und Bewölkung für Deutschland und die Nachbarländer. ICON-D2 reicht rund 48 Stunden, danach übernimmt ICON-EU. Wo ICON-D2 nicht hinreicht (etwa Bretagne, Korsika, Ostpolen), gilt ICON-EU allein.
- SIGMET für Europa (NOAA/aviationweather.gov), amtliche Warnungen und Niederschlagsradar des DWD.
Der VFRplan-Server holt alles bei DWD und NOAA ab und bereitet es auf. Dein Browser lädt es nur von dort und fragt keinen Wetterdienst direkt an. Datenbasis: Deutscher Wetterdienst, CC BY 4.0 (bearbeitet); SIGMET: NOAA/aviationweather.gov.
Hat ein Platz keine eigene Meldung, nimmt die Planung die nächstgelegene Station oder interpoliert zwischen mehreren. Die Entfernung steht dabei. Im Formular unten siehst du, wann das Wetter abgerufen wurde. „Wetter aktualisieren“ lädt es neu. VFRplan speichert das Wetter höchstens zehn Minuten zwischen.
Wetter je Platz in der Übersicht
Die Liste zeigt für jeden Start, jede Landung und den Ausweichplatz, ob die VFR-Minima eingehalten sind.
- 1 Jede Zeile nennt Platz, Rolle und Uhrzeit, Sicht und Hauptwolkenuntergrenze sowie in Klammern die Station, aus der die Werte stammen.
- Darunter steht das Urteil: „VFR-Minima eingehalten“, „VFR-Minima knapp“, „VFR-Minima unterschritten“ oder „nicht bewertet“.
- 2 „METAR/TAF“ springt zur Start- oder Landekarte des Platzes mit dem Rohtext.
METAR und TAF lesen
Lies den Originaltext immer selbst. Er steht unverändert in der Start- und Landekarte.
Klappe die Start- oder Landekarte eines Platzes auf (Kapitel 8). Oben stehen die Wetterquellen mit Zeitpunkt, darunter METAR und TAF im Wortlaut. Meldet der Platz selbst nichts, steht dort die nächste Station mit Entfernung, etwa EDDF in 10 km. Die Zeile darunter fasst zusammen, was der TAF für deine Zeit sagt.
Die US-Flugkategorien (VFR, MVFR, IFR, LIFR) aus den NOAA-Daten sind nur zur Orientierung da. VFRplan bewertet nach den VFR-Minima von SERA.5001, in Kontrollzonen zusätzlich nach SERA.5005(b).
Wind in der Höhe
Der Höhenwind bestimmt Steuerkurs, Grundgeschwindigkeit, Flugzeit und Kraftstoff. Für jede Teilstrecke kommt er aus ICON, in deiner Reiseflughöhe. Du findest ihn als W/V im Navigationslog und im Winddreieck. Weicht deine Erfahrung ab oder planst du weiter, als die Vorhersage reicht, trägst du unter „Verbrauch & Sicherheit“ bei „Manuelle Werte“ einen eigenen Höhenwind ein.
Höhenwind von Hand für mehrere Höhen
Unter „Manuelle Werte“ steht die Tabelle „Höhenwind von Hand für mehrere Höhen“ mit bis zu vier Zeilen: Höhe (ft MSL), Richtung, aus der der Wind weht, Stärke (kt) und auf Wunsch die Temperatur (°C). Die Werte stammen etwa aus der Wetterberatung oder aus einer Übungsaufgabe.
- Jede Teilstrecke bekommt den Wind in ihrer Höhe. Zwischen zwei Zeilen mittelt VFRplan wie beim Modellwind, darüber und darunter gilt die nächste Zeile. Steigst oder sinkst du im Profil, rechnet die Teilstrecke so automatisch mit dem passenden Wind.
- Die Tabelle hat Vorrang vor dem einzelnen Höhenwind und vor dem Wettermodell. Im Navigationslog steht als Quelle „Hand“, auf dem A4-Blatt „Höhenwind von Hand“.
- Wie der einzelne Wert gilt die Tabelle nur für die eingestellte Startzeit. Änderst du die Startzeit, verwirft VFRplan die Tabelle und meldet das.
- Mit angehakten Übungsbedingungen geht die Tabelle beim Teilen und in der Routendatei mit (Kapitel 12).
Wolken, Nullgradgrenze und Sicht (Modell)
Die Modellwerte zeigen schon bei der Planung, wo auf der Strecke Wolken oder Vereisung möglich sind.
Das Seitenprofil (Kapitel 6) zeigt zur geplanten Überflugzeit die Wolkenuntergrenze (mehr als 4/8 bedeckt) als graue Linie mit Wolkenband, die Nullgradgrenze als blau gestrichelte Linie „0 °C“ und Sicht unter 5 km als farbiges Band an der Grundlinie. Die Messlinie nennt die Werte mit Modell, Lauf und Gültigkeit. Das Profil zeigt jeweils den ungünstigsten Wert der umliegenden Gitterpunkte und Modellstunden.
Im Reiseflug erzeugen die Modellwerte nur gelbe Hinweise, nie rote: Wolkenuntergrenze unter Reiseflughöhe + 1.000 ft, Sicht unter 5 km und Reiseflughöhe über der Nullgradgrenze (Vereisungsgefahr bei Wolken oder Niederschlag). Jeder Hinweis trägt den Zusatz „Modellwert, kein Flugwetter-Briefing“. An Start- und Zielplatz bleiben METAR und TAF maßgeblich. Im Navigationslog des A4-Blatts steht je Etappe eine Kurzzeile mit den Modellwerten.
SIGMET, Warnungen und Radar
- SIGMET: Die Kartenebene „SIGMET (Europa, NOAA)“ ist von Anfang an eingeschaltet. Ein Klick auf die Marke zeigt Rohtext und Gültigkeit. Führt die Strecke während der Gültigkeit und im Höhenband durch ein SIGMET-Gebiet (Gewitter, schwere Vereisung, schwere Turbulenz, Leewellen, Vulkanasche), ist das ein roter Befund. Liegt das Gebiet bis 10 NM neben der Strecke oder beginnt es knapp über deiner Höhe, gibt es einen gelben Hinweis.
- DWD-Warnungen vor Gewitter, Sturm, Nebel oder Glätte an Plätzen oder entlang der Strecke erscheinen als gelber Hinweis. Es sind Unwetterwarnungen, keine Flugwetterwarnungen.
- Niederschlagsradar des DWD: eine Kartenebene, die du selbst einschaltest. Sie lädt alle 5 Minuten neu und zeigt Zeitstempel und Farbskala in mm/h.
Fehlen diese Daten, zeigt VFRplan dazu nichts an. Auch dann kann ein SIGMET vorliegen.
Manuelle Werte
Hast du aktuelle Werte von ATIS, Tower oder aus eigener Beobachtung, oder fehlt eine Vorhersage, trägst du sie selbst ein.
- Je Start und Landung: Wetterquelle (Automatisch, METAR am Platz, Messungen interpoliert, Vorhersage MOSMIX + ICON, DWD MOSMIX, ICON) und die Felder OAT, QNH, Wind aus und Wind.
- Für die ganze Planung: Höhenwind (ein Wert oder die Tabelle für bis zu vier Höhen), Missweisung, TAS, Verbrauch, Rollkraftstoff und Reserve unter „Manuelle Werte“.
Leere Felder übernehmen wieder die Werte aus Profil, Wettermodell und Datenbank. Manuelle Wetterwerte werden nicht in der Routendatei gespeichert, weil sie zu schnell veralten.
Was „offen“ und „nicht bewertet“ heißen
Ein Wert ist „nicht bewertet“, wenn er sich nicht prüfen ließ, meist weil für die geplante Zeit noch keine Vorhersage vorliegt oder keine Station in der Nähe meldet. Der Grenzwert dahinter bleibt dann offen. Ein offener Punkt wird nie grün, auch wenn alle anderen Werte innerhalb ihrer Grenzen liegen.
- Fehlt das Wetter für einen Start oder eine Landung, bleibt die Leistung „offen“. Die Bewertung sagt „Wetter fehlt“, und die Schrittleiste bietet „Wetter laden“ an.
- Liegt deine Startzeit weiter in der Zukunft als die Vorhersage reicht, warte, bis Daten vorliegen, oder trage Werte von Hand ein.
- Außerhalb von rund 41–58° N / 6° W–25° O gibt es kein DWD-Modellwetter, außerhalb von rund 41–59° N / 6° W–26° O kein METAR/TAF.
Typische Fehler
- Am Vorabend geplant und am Morgen das Wetter nicht aktualisiert.
- METAR einer 30 km entfernten Station für den eigenen Platz gehalten. Achte auf die Entfernungsangabe.
- Modellwerte (Wolkenuntergrenze, Sicht) für eine Flugwettervorhersage gehalten. Sie ersetzen das Briefing nicht.