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VFRplan › Ratgeber

Flugvorbereitung nach Teil-NCO

Stand: 25.09.2026

Für den nichtgewerblichen Betrieb von Flugzeugen, die nicht als technisch kompliziert gelten – also für die meisten Privat- und Vereinsflüge –, gilt in der EU der Teil-NCO. Er legt fest, dass der verantwortliche Pilot vor dem Flug bestimmte Dinge prüft. Welche das sind und wie du sie in einer sinnvollen Reihenfolge abarbeitest, zeigt dieser Überblick.

Wichtig: Dieser Überblick ist keine Rechtsauskunft und ersetzt keine Ausbildung. Maßgeblich sind der Wortlaut der Verordnungen in der geltenden Fassung, die zugehörigen AMC und GM der EASA, das Flughandbuch, die AIP und die NOTAM. Für Ultraleichtflugzeuge gelten in Deutschland zum Teil nationale Regeln.

Wo das steht

Der Teil-NCO ist Anhang VII der Verordnung (EU) Nr. 965/2012. Für die Flugvorbereitung sind vor allem diese Vorschriften wichtig:

Aus den Luftverkehrsregeln (SERA, Durchführungsverordnung (EU) Nr. 923/2012) kommt die allgemeine Pflicht hinzu, sich vor dem Flug mit allen für den Flug verfügbaren Informationen vertraut zu machen (SERA.2010).

Was du prüfen musst

1. Wetter

Hol dir METAR und TAF für Start, Ziel und Ausweichplätze, dazu Flugwettervorhersagen für die Strecke (Wolkenuntergrenzen, Sicht, Wind in der Höhe, Gewitter, Vereisung). Entscheidend ist das Wetter zur voraussichtlichen Zeit: Ein guter METAR am Morgen sagt wenig über die Gewitterlage am Nachmittag. Vergleiche mit den VMC-Minima nach SERA.5001 und mit deinen persönlichen Minima. Nutze für die Wetterentscheidung die amtlichen Flugwetterdienste.

2. Kraftstoff mit Endreserve

Rechne den Verbrauch für Rollen, Steigflug, Reiseflug und Sinkflug zum Ziel, dazu den Weg zum Ausweichplatz, einen Zuschlag für Unvorhergesehenes und die Endreserve. Für VFR-Flüge mit Flugzeugen am Tag nennen die Annehmbaren Nachweisverfahren zu NCO.OP.125 eine Endreserve von 30 Minuten; für Flüge, die am Startplatz enden und in Sichtweite des Platzes bleiben, einen geringeren Wert. Viele Vereine schreiben mehr vor. Prüfe vor dem Flug die tatsächlich getankte Menge – Sichtprüfung oder Peilstab, nicht nur die Anzeige.

3. Masse und Schwerpunkt

Leermasse und Leermoment aus dem aktuellen Wägebericht, Personen, Gepäck und Kraftstoff – geprüft für Start und Landung gegen Höchstmassen und Hüllkurve. Ausführlich im Artikel Masse und Schwerpunkt berechnen.

4. Flugleistung

Start- und Landestrecken für jeden Platz mit Druckhöhe, Temperatur, Masse, Wind, Belag und Neigung, verglichen mit TORA, TODA und LDA. Dazu die Steigleistung über Hindernisse im Abflug und die Dienstgipfelhöhe für die geplante Reiseflughöhe. Siehe Start- und Landestrecke berechnen.

5. NOTAM und AIP

NOTAM für Start, Ziel, Ausweichplätze und die Strecke: gesperrte Pisten, ausgefallene Navigationsanlagen, Luftraumaktivierungen, Flugbeschränkungen, Hindernisse, Veranstaltungen. Aus der AIP bzw. dem Flugplatzverzeichnis: Pistenlängen, Betriebszeiten, PPR-Pflicht, Platzrunden, Lärmschutzverfahren, Frequenzen. Bei Plätzen, die du nicht kennst, lohnt ein Anruf beim Betreiber.

6. Route, Lufträume und Mindesthöhen

Kontrollierte Lufträume (C, D, CTR), Luftraum E, RMZ und TMZ, Flugbeschränkungs- und Gefahrengebiete. Plane, wo du Freigaben brauchst oder ein Transponder- bzw. Funkpflicht besteht und wie du Lufträume umfliegst, die du nicht nutzen willst. Lege die Reiseflughöhe je Etappe fest – mit Blick auf Mindesthöhen, Halbkreisflugregel, Wolken und Lufträume. Mehr dazu in Mindesthöhen und Halbkreisflugregel.

7. Ausweichplätze und Plan B

Für VFR-Flüge schreibt der Teil-NCO keinen Ausweichflugplatz im Sinne der IFR-Regeln vor. NCO.OP.135 verlangt aber für Überlandflüge eine geplante Alternative für den Fall, dass das Wetter den Flug wie geplant nicht zulässt. In der Praxis heißt das: einen oder mehrere geeignete Ausweichplätze auf oder nahe der Strecke, mit Kraftstoff dorthin und den nötigen Platzinformationen, und einen klaren Umkehrpunkt.

8. Tageslicht, Flugzeug und Pilot

Plane die Landung mit Reserve vor dem Ende der bürgerlichen Abenddämmerung, wenn du keine Nachtflugberechtigung hast oder das Flugzeug nicht dafür ausgerüstet ist. Prüfe die Lufttüchtigkeit und die Unterlagen des Flugzeugs (Wartung, technische Mängel, Bordpapiere) und deine eigene Flugtauglichkeit, Lizenz, Berechtigungen und die fortlaufende Flugerfahrung. Ein ehrlicher Blick auf Müdigkeit und Tagesform gehört dazu.

Checkliste zum Abhaken

So hilft VFRplan

VFRplan führt die meisten dieser Punkte in einer Planung zusammen: Masse und Schwerpunkt für Start und Landung, Start- und Landestrecken für jeden Platz, Route mit Lufträumen, Mindesthöhen und Halbkreisflugregel, Kraftstoff mit Endreserve und Ausweichflug, METAR und TAF zur geplanten Zeit, Tageslicht. Jeder Befund nennt seine Grundlage. Erst wenn alles passt, zeigt VFRplan „freigegeben“. Am Ende steht ein druckfertiges PDF mit Flugvorbereitung, Navigationslog und Pilotlog, das deine Vorbereitung dokumentiert. NOTAM und amtliche Flugwetterberatung prüfst du weiterhin selbst über die zuständigen Stellen – VFRplan ist ein Hilfsmittel, kein zugelassenes EFB.